das
D E U T S C H E R U N D F U N K A R C H I V
und seine beiden Standorte
Frankfurt am Main (Zentrale) / Potsdam-Babelsberg
Teil 1: Die Krise
R E T T E T
(Beiträge vom 26. Mai bis 30. Juni 2011)
Quelle: RP ONLINE, 8.6.2011 Dem Deutschen Rundfunkarchiv droht die Schließung VON WOLFRAM GOERTZ - zuletzt aktualisiert: 08.06.2011 - 02:30 [Zuerst erschienen unter der Titelgebung "ARD-SPARWAHN / Erhaltet das Rundfunkarchiv!" in "Die Zeit", Nr. 22, 26.5.2011, S. 50, siehe unten; erweiterte Fassung, vollständiges Zitat; Linksetzung von DP] Frankfurt [-] Man greift nicht zu hoch, wenn man das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) das mediale Gedächtnis Deutschlands nennt. Wo immer in einem zivilisierten Radio- oder Fernsehprogramm eine Sendeminute läuft: In Frankfurt und Babelsberg, den DRA-Standorten, wird sie seit bald 60 Jahren verwaltet, gespeichert, katalogisiert. Zahllose Bild-, Ton- und Schallplattendokumente – zum Teil aus dem 19. Jahrhundert – türmen sich zu einem Datenspeicher, in den nicht nur vergnügte Exzentriker wie Dagobert Duck gern hineinspringen. Wer als Journalist mit erweitertem Horizont für Radio oder Fernsehen arbeitet, hat fast täglich mit dem DRA zu tun – und so gerät auch jeder von uns mit dem DRA in Kontakt, wenn er eine Sendung zu einem historischen Thema sieht oder hört. Auch alte und älteste Schallplatten werden dort restau- riert, der Nachwelt und der Forschung nutzbar gemacht. Das DRA sättigt jedes Interesse, wie Deutschland im Äußersten und Innersten klang und klingt. Dieser segensreiche Auftrag droht storniert zu werden. Die Intendan- ten der ARD-Anstalten, zu deren Gemeinschaftsprojekten das DRA zählt, werden Ende Juni bei einer Sitzung in Würzburg darüber befinden, ob sie die zwölf Millionen Euro noch aufbringen wollen, die das DRA pro Jahr kostet. Es kursieren mehrere Modelle, als deren finsterstes die Zer- schlagung dräut. Selbstverständlich wird mit Sparzwängen argumentiert, die auf das DRA mit der tückischen Formel von der "Optimierung" ange- wendet werden. Man fragt sich aber, wer die zum Teil kostbaren Unikate betreuen soll, die das DRA pflegt? Das Bundesarchiv? Das hat andere Aufgaben. Die ARD-Anstalten selbst? Den mangelt es an Kapazität. Kleiner Blick in den aktuellen Leistungskatalog: Ein Hörfunkredakteur benötigt Musik aus Lortzings unbekannter Oper "Zum Großadmiral". Die einzige Aufnahme ist ein Radio-Schellack-Mitschnitt von 1937. Das Original, abermals ein Unikat, liegt in Frankfurt; die DRA-Könner wollen jetzt in einer knappen Woche Umschnitt und Restauration von 20 Platten bewerkstelligen. Wer hören will, wie die Stimme Giacomo Puccinis geklun- gen hat: Per Recherche-Anfrage beim DRA erfährt er es in 30 Sekunden. Derzeit beschäftigt sich das DRA unter dem Motto "Das besondere Doku- ment" mit Aufnahmen von Werken Robert Schumanns. Im Schallarchiv des DRA sind etwa 250 zwischen 1933 und 1945 entstandene Aufnahmen von den Sendern der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft nachgewiesen. Diese beachtliche Zahl erklärt sich unter anderem durch die Rezeptionsgeschichte Schumanns im "Dritten Reich". Denn ähnlich wie Beethoven und Wagner – ganz im Gegensatz zu den Komponisten jüdischer Herkunft wie Mendelssohn Barthol- dy, Meyerbeer und Mahler – genoss Schumann in der NS-Zeit erhöhte Wert- schätzung. Er gehörte zu den Komponisten, deren Werk als Nationalgut gepflegt wurde. Bezeichnungen wie "urdeutsch", "Herrenmenschentum", "Abbild der deutschen Volksseele" und "echtes deutsches Heroentum" wur- den auf Schumann angewendet. Wer dieses Schumann-Kapitel auf der Website des DRA studiert, bekommt einen Einblick von der Brisanz mancher Archi- valie. Wer das DRA abschafft oder amputiert, will nicht wissen, was einer wirklich und genau gesagt hat, welches Gesicht er dazu gemacht hat, wie seine Stimme geklungen hat. Er ist mit jener Unschärfe zufrieden, der alle Legenden entspringen – auch die gefährlichen. Quelle: RP [Zitatende] |
Derselbe Artikel auf archiv.twoday.ne: Archivalia, 9.6.2011 Goertz (Verlinkt auf twitter, 9.6.2011) Artikel auch auf fh-potsdam.de, 9.6.2011 (gehe zu "9. Juni 2011 - 11:29") Goertz Ebenso auf www.tabbloid.com: Today’s Tabbloid, 12.6.2011, S. 17 und 18 (Hewlett-Packard Development Company: "Personal news for ...", ein aus "Feeds" automatisch zusammengestelltes Internet-Heft) Goertz
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Quelle: Die Zeit, Nr. 22, 26.5.2011, S. 50 (Zeitungsausschnitt) Wolfram Goertz, Erhaltet das [Deutsche] Rundfunkarchiv! [Erweiterte Fassung siehe oben] |
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Derselbe Artikel auf pastebin.com (Main Host in USA), 7.6.2011 Goertz, erste Fassung Auch im Fono Forum, Juli 2011, S. [9], nach Verlags-Angaben erschienen 15.6.2011 Rubrik: Wolframs Wartburg, Titel: Rettet das Rundfunkarchiv! Der Artikel hat nahezu den Wortlaut wie in der "Zeit". Erreichbar war er offenbar schon am 10.6.2011, siehe dazu unten die Beiträge im Tamino Klassikforum und im Forum "Capriccio".
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Quelle: WDR 3, 4.6.2011 Ein Streifzug durch das Deutsche Rundfunkarchiv in Frankfurt am Main Interviews, Audio-Berichterstattung über das DRA
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Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Nr. 131, 7.6.2011, S. 33 [Vollständiges Zitat] Woran die ARD spart Dem Rundfunkarchiv droht die Schließung Die ARD will am Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) sparen: Auf ihrer Sitzung Ende Juni werden die Intendanten darüber entscheiden, ob das DRA aufgelöst oder unter der Voraussetzung starker Einsparungen erhalten bleibt. Das bestätigte die Leiterin des zentralen Archivs, Anke Leenings, im Gespräch mit dieser Zeitung. Zwar verhandelten die Inten- danten auch über eine eventuelle Stärkung des Rundfunkarchivs, diese sei aber kaum zu erwarten. Die Gemeinschaftseinrichtung der ARD, die 1952 als gemeinnützige Stiftung gegründet wurde, sammelt Ton-, Bild- und Schallplattendokumen- te. Dort finden sich nicht nur alle Rundfunk- und Fernsehsendungen, die jemals von den öffentlich-rechtlichen Anstalten produziert wurden; sogar Töne und Tondokumente werden archiviert, die noch vom Ende des 19. Jahrhunderts stammen, etwa Aufnahmen von Industriegeräuschen. Zwölf Millionen Euro umfasst das Jahresbudget des Archivs, es wird fast komplett von der ARD getragen. Die zum 1. Januar 2013 anstehende Gebührenreform werde genutzt, Gemeinschaftseinrichtungen wie das Rund- funkarchiv zu zwingen, von 2013 an 15 Prozent einzusparen, sagt Anke Leenings. Einen entsprechenden Sparplan habe das Rundfunkarchiv schon vorgelegt. Sollte die ARD beschließen, das Archiv zu erhalten, drohten jedoch noch stärkere Sparvorgaben. So könnte die Frankfurter Abteilung des Archivs abgewickelt werden. Das 1952 gegründete Deutsche Rundfunk- archiv hat seinen Sitz beim Hessischen Rundfunk; 1993 wurde es um die Rundfunkarchive aus der ehemaligen DDR erweitert, deren Bestand in Potsdam-Babelsberg betreut wird. Für einen Umzug dorthin spreche der umfangreichere Bestand, der in Babelsberg archiviert werde, sagte Anke Leenings; zudem handele es sich beim Potsdamer Sitz um einen Neubau, während das DRA sich in Frankfurt auf zwei Etagen im Gebäude des HR erstreckt. Votierten die ARD-Intendanten aber dafür, das Rundfunkarchiv ganz zu schließen, stellt sich die Frage, wo all die audiovisuellen Schätze künftig aufbewahrt werden. Der Bestand könnte auf die Archive der ein- zelnen Rundfunkanstalten aufgeteilt werden, vermutet Anke Leennigs. Das würde die Funktion eines zentralen Archivs freilich zerstören und die Recherche künftig beschwerlich machen. Eine erste Auswirkung des Sparprogramms der ARD bekommt das Archiv schon zu spüren: Das bislang von einer dort angesiedelten Redaktion produzierte Jahrbuch der ARD werde es in der gedruckten Fassung nicht mehr geben, sagte Anke Leenings. Die ARD teilte lapidar mit, eine Arbeitsgruppe beschäftige sich mit den Aufgaben des Rundfunkarchivs, die Intendanten berieten darüber Ende des Monats. EVA BERENDSEN [Zitatende] |
Quelle: FAZ, siehe oben (Zeitungsausschnitt) |
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Quelle: Film Mäg / Kino Medien Mehr (www.filmmaeg.de), 7.6.2011 fb (Frank Blum): ARCHIVE - Deutsches Rundfunkarchiv von Schließung bedroht [Einleitung auf der "Home"-Seite:] "7. Juni - Die FAZ berichtet in ihrer Printausgabe von einer für Ende Juni geplanten Sitzung der ARD-Intendanten, auf der beschlossen werden soll, ob das Deutsche Rundfunkarchiv, kurz DRA, dicht machen wird. Weiter lesen ..." [siehe Link] Film Mäg
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Quelle: Kathrin Senger-Schäfer, Mitglied des Deutschen Bundestages, 8.6.2011 Pressemitteilung (PDF), auch auf: www.senger-schaefer.de, DIE LINKE, Rubrik: Pressemeldungen [Vollständiges Zitat] 08.06.2011 - Deutsches Rundfunkarchiv in seiner Existenz bedroht "Die Pläne der ARD, beim Deutschen Rundfunkarchiv Einsparungen vorzunehmen, bedrohen dessen Existenz.", so Kathrin Senger-Schäfer, medienpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag. "Skandalös ist nicht nur der Wille zu Einsparungen, sondern vor allem die damit verbundene Ignoranz gegenüber der deutschen Rundfunkgeschichte. Selbst die Schließung des Archivs ist nicht ausgeschlossen. Immerhin", so Kathrin Senger-Schäfer weiter, "bewahrt das Archiv zusammenhängend alle Rundfunk- und Fernsehsendungen der öffentlich- rechtlichen Anstalten auf. Dazu gehört auch der ganze Bestand von Radio- und Fernsehsendungen der DDR. In Zeiten, in denen der Umgang mit Geschichte mehr und mehr von der Verfügbarkeit audiovisueller Quellen abhängt, sind Sparvorschläge ein Anschlag auf das historische Gedächtnis unseres Landes. Dass mit Einführung der neuen Gebührenordnung am 1. Januar 2013 das Rundfunkarchiv gezwungen werden soll, als Gemeinschaftseinrichtung Sparauflagen in Höhe von 15 Prozent zu erfüllen, wirft auch in dieser Hinsicht ein bezeichnendes Licht auf die Konsequenzen des 15. Rundfunkänderungsstaatsvertrages. Die ARD ist in der Pflicht, das Deutsche Rundfunkarchiv dauerhaft zu sichern und zu pflegen." [Zitatende] |
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Quelle: tamino-klassikforum.de, Beginn: 8.6.2011 Deutschem Rundfunk-Archiv droht Schließung Tamino Klassikforum
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Quelle: Initiative Audiovisuelles Erbe, 10.6.2011 Nadine Jenke, Deutsches Rundfunkarchiv (DRA) von Schließung bedroht Jenke
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Quelle: IASA-Ländergruppe Deutschland/Deutschschweiz e. V., 10.6.2011 Rubrik: Aktuelles und Mitteilungen Deutsches Rundfunkarchiv (DRA): Fortbestand nicht sicher Zitat aus Jenke (siehe oben)
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Quelle: Capriccio, Beginn: 10.6.2011 Die Zukunft des Deutschen Rundfunkarchivs Capriccio Hinweis auf facebook.com (published: 2011-06-10 18:34:55 GMT): facebook
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Quelle: Radioforen.de, Beginn: 13.6.2011 Thema: DRA (Deutsches Rundfunkarchiv) vor der Zerschlagung? Radioforen.de
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Quelle: Radioszene, Das Insidermagazin für Radiomacher, 15.6.2011 Bernd Reiher, Fragwürdige Kürzungspläne beim Deutschen Rundfunkarchiv Fragwürdige Kürzungspläne: Heiko Hilker über die Bedeutung und die wacklige Zukunft des Deutschen Rundfunkarchivs (DRA) in Babelsberg Hilker
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Ebenso auf fh-potsdam.de, 15.6.2011 (gehe zu "15. Juni 2011 - 7:44") Hilker
Ebenso auf archiv.twoday.net: Archivalia, 15.6.2011 Hilker
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Quelle: Berliner Arbeitskreis Information (BAK), 15.6.2011 Deutsches Rundfunkarchiv vor dem Ende? Berliner Arbeitskreis Information
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Quelle: Fono Forum, Juli 2011, S. [9], 15.6.2011 Wolfram Goertz, Rettet das Rundfunkarchiv! Siehe oben unter "Die Zeit", 26.5.2011
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Quelle: abgeordnetenwatch.de, 15.6.2011 Frage zum Thema Kultur an Bernd Neumann (CDU), MdB, Staatsminister im Bundeskanzleramt und Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, Vertreter des Bundes im ZDF-Verwaltungsrat. Anfrage [Zitat] "Sehr geehrter Herr Neumann, dem Deutschen Rundfunkarchiv droht die Schließung, wie der FAZ vom 7.6.2011, S. 33 zu entnehmen war. Ihre Meinung als Kultur- und Medienbeauftragter der Bundesregierung zu diesen Plänen der ARD würde mich sehr interessieren. Mit freundlichen Grüßen Ihr [XY]" [Zitatende] |
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Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Nr. 139, 17.6.2011, S. WTV_1 = [30], 24. Woche, Abteilung: Hören und Sehen [Vollständiges Zitat] ARD-Archiv vorm Aus? Intendanten beraten Ende des Monats über Zukunft des DRA Britta Abrahamsson Essen. Es ist das mediale Gedächtnis Deutschlands: Wer hören will, was bei der Trauerfeier für den verstorbenen Reichsaußenminister Gustav Stresemann im Berliner Reichstag am 6. Oktober 1929 gesprochen wurde, wird hier fündig. Der Aufruf Kaiser Wilhelms II. an sein Volk aus dem Jahr 1904, hier ist er archiviert – ebenso wie alle "Kessel Buntes". Doch nun droht dem Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) möglicherweise das Aus: Die ARD muss sparen. Ende Juni beraten die Intendanten darüber, ob das DRA aufgelöst werden soll. Die Gemeinschaftseinrichtung der ARD, 1952 als gemeinnützige Stiftung in Frankfurt gegründet, sammelt Ton-, Bild- und Schallplattendokumente. Dort sind nicht nur alle Rundfunk- und Fernsehsendungen, die seither von den öffentlich-rechtlichen Anstalten produziert wurden, katalogisiert, sogar Töne und Tondokumente werden archiviert, die noch vom Ende des 19. Jahrhunderts stammen, etwa Aufnahmen von Industriegeräuschen. Das Archiv sichert, digitalisiert und verwaltet, es ist aber auch die Schnittstelle zwischen den einzelnen Sendeanstalten: Was, wann wo zu welchem Thema gesendet wurde – das DRA weiß die Antwort und gibt sie an die Sender, aber auch an die Wissenschaft und Forschung weiter. Anfang der 90er Jahre erhielt das DRA neben Frankfurt seinen zweiten Standort in Potsdam-Babelsberg und übernahm die aufwändige Erschließung der DDR-Archive. Sterben auf Raten Zwölf Millionen Euro hat sich die ARD das bislang jährlich kosten lassen. Wegen der befürchteten Einbußen durch die Einführung der neuen Haushaltsabgabe, die 2013 an die Stelle der Rundfunkgebühr tritt, hat die ARD allen Gemeinschaftseinrichtungen aufgetragen, einen Sparplan auszuarbeiten; 15 Prozent der Kosten sollen reduziert werden. Das DRA, so heißt es, habe sein Konzept zwar ordnungsgemäß vorgelegt. Dennoch sei eine Kommission eingesetzt worden, die prüfe, ob und wie das DRA überhaupt weiterarbeiten soll. Laut Medienberichten sind zwei Modelle angedacht: Entweder das DRA wird aufgelöst und seine Aufgaben im reduzierten Umfang an die Landesrundfunkanstalten verteilt, oder es wird "weiter optimiert": Eine Schließung des Standorts Frankfurt beispielsweise wäre denkbar. Medienexperten fürchten jedoch ein "Sterben auf Raten". "Skandalös" sei dabei laut Kathrin Senger-Schäfer, der medienpolitischen Sprecherin der Linken, nicht nur der Wille zu Einsparungen. "Sondern vor allem die damit verbundene Ignoranz gegenüber der deutschen Rundfunkgeschichte." Am 27. Juni wollen die Intendanten ihre "Tendenz-Entscheidung" bekannt geben. Ein Beschluss soll Ende November fallen. Die rund 120 Mitarbeiter des DRA müssen bis dahin hoffen und bangen – ebenso wie alle Freunde der Rundfunkgeschichte. [Zitatende] |
Quelle: WAZ, siehe oben (Zeitungsausschnitt) |
Quelle: neue musikzeitung, nmz, 7-8/11, 60. Jahrgang, S. [1], 30.6.2011 [Print- und Internet-Ausgabe, Linksetzung von DP] Rubrik: Leitmotiv [Internet-Ausgabe] Angst vor dem kulturellen Gedächtnisverlust Einschneidende Sparmaßnahmen gefährden das Deutsche Rundfunkarchiv Von Andreas Kolb (nmz) - Wissen Sie, wie sich Bela Bartóks Stimme anhört? Suchen Sie für eine Radioproduktion, für eine Vorlesung oder zur Vorbereitung einer Unterrichtsstunde Ausschnitte aus Arnold Schönbergs Analyse seiner "Orchestervariation" op. 31, gesendet im Weimarer Rundfunk? Wollen Sie nachhören, was in den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik von 1948 bis 2000 gespielt und diskutiert wurde [siehe Link]? Brauchen Sie Informationen über die Schumann-Rezeption im Reichsrundfunk zwischen 1933 und 1945? Oder interessieren Sie sich für O-Töne von Axel Eggebrecht und vielen anderen Künstlern und Politikern aus der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus? Dann genügt derzeit noch ein Anruf beim Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) in Frankfurt. Das DRA ist das mediale Gedächtnis Deutschlands: Seit sechs Jahrzehnten sammelt es Bild- und Tondokumente, von der Schellackplatte bis zur CD, von der Frühzeit des Rundfunks bis zur Dokumentation aktueller Fernseh- und Radioprogramme. [mehr] Printausgabe des nmz-Artikels (JPG, Klick: Vergrößerung) Internationales Musikinstitut Darmstadt (IMD) / Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) / Deutsches Runfunkarchiv (DRA): Projekt Ferienkurse |
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D E U T S C H E R U N D F U N K A R C H I V
Teil 2: Der Beschluß
R E T T E T
(Beiträge vom 28. Juni 2011)
Zur Intendantenkonferenz in Würzburg 27./28.6.2011, Pressemitteilung vom 28.6.2011 Quelle: www.presseportal.de, 28.6.2011, 14:10 Uhr (news aktuell / na·presseportal / Pressemappe ARD RADIO & TV) [Vollständiges Zitat] Sorgen um das "mediale Gedächtnis" sind unbegründet / Die Bestände des Deutschen Rundfunkarchivs bleiben genauso erhalten wie dessen Dienstleistungen für die Öffentlichkeit Würzburg (ots) - Sorgen um das "mediale Gedächtnis" sind unbegründet - die Bestände des Deutschen Rundfunkarchivs bleiben genauso erhalten wie dessen Dienstleistungen für die Öffentlichkeit. Bei Ihrer Sitzung in Würzburg haben sich die ARD-Intendantinnen und Intendanten auch mit der Zukunft des Deutschen Rundfunkarchivs beschäftigt. Sie betonen nachdrücklich, dass nicht daran gedacht ist, die Bestände des Deutschen Rundfunkarchivs in Babelsberg und Frankfurt am Main aufzulösen. Es besteht auch nicht die Absicht, die Dienstleistungen dieses Archivs gegenüber Zuschauern und Hörern, Wissenschaft und Forschung, Bildungsinstitutionen oder gegenüber den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten massiv einzuschränken. Diesen falschen Eindruck hatten einige Presseartikel in den letzten Wochen vermittelt. Das Deutsche Rundfunkarchiv leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des kulturellen und audio-visuellen Erbes in Deutschland. Gleichzeitig trägt es auch dazu bei, den Bildungsauftrag der ARD einzulösen. Eine finanzielle und technische Herausforderung stellt aktuell die Digitalisierung dieser Archivmaterialen dar. Sie ist erforderlich zur physischen und inhaltlichen Sicherung der Hörfunk- und Fernsehbeiträge. Die Digitalisierung der Materialien macht sie zudem besser für die digitalen Produktionsprozesse im Rundfunk zugänglich. Die ARD-Vorsitzenden Monika Piel stellte noch einmal klar: "Alle ARD-Anstalten stehen vor großen finanziellen Herausforderungen und prüfen, wie sie durch Synergien ihr Leistungsniveau mit weniger finanziellem Aufwand künftig halten können. Wenn alles auf dem Prüfstand steht, können auch Gemeinschaftseinrichtungen der ARD wie zum Beispiel die Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv davon nicht ausgenommen werden. Diese Prüfung zielt jedoch nicht auf die Abschaffung des DRA, sondern darauf, die Leistungen dieser 1952 als "Lautarchiv des deutschen Rundfunks" gegründeten Einrichtung zu optimieren." Pressekontakt: ARD-Pressestelle (WDR) Telefon +49 (0)221 / 220 - 8209/8213 pressestelle@ard.de [Zitatende] |
Es erschienen davon im Internet am 28. und 29. Juni 2011 hunderte (= per Google-Abfrage unzählbar viele) Kopien, Großzitate und dergleichen. Fünf Beispiele: Quelle: intern.ARD.de (ARD Pressemeldung), 28.6.2011 Quelle: www.radioszene.de, 28.6.2011 Quelle: www.ptext.de, 28.6.2011 Quelle: www.finanznachrichten.de, 28.6.2011 Quelle: www.infosat.de, 28.6.2011
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Teil 3: Die Reaktion
R E T T E T
(Beiträge vom 26. Juli bis September 2011)
Zu den Schleierbegriffen "Optimierung" und "Synergie" Quelle: Echo online [Darmstädter Echo], 26.7.2011 Abteilung: Multimedia / Medien & Publizistik Gedächtnis für Töne und Bilder auf dem Prüfstand Geschichte: Die ARD prüft, ob sie das Deutsche Rundfunkarchiv nicht auch billiger betreiben kann Von Johannes Breckner FRANKFURT. Die Botschaft sollte frohgemut klingen. Aber Arbeitnehmer hören genau hin, wenn es um die Zukunft ihrer Stellen geht und dabei von einer "Optimierung" die Rede ist oder gar von "Synergien". [mehr] |
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Quelle: Hessischer Rundfunk (HR), 8.8.2011 Abteilung/Rubrik: hr Presseservice im Internet/hr Unternehmen [Zitat] Michael Crone wird kommissarisch Leiter des DRA [...] Frankfurt. Das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) erhält eine neue Leitung. Nach dem Ausscheiden des gegenwärtigen Vorstands Hans-Gerhard Stülb Ende September 2011 wird Dr. Michael Crone kommissarisch die Leitung des DRA übernehmen. Die ARD-Intendantinnen und -Intendanten haben bei ihrer Sitzung in Frankfurt dem Vorschlag des DRA-Verwaltungsratsvorsitzenden und hr-Intendanten Dr. Helmut Reitze zugestimmt: "Dr. Crone wird bis Mitte/Ende 2012 kommissarisch die Leitung des DRA übernehmen, bis die ARD-Prüfgruppe unter rbb-Justitiar Dr. Reinhart Binder ihre Arbeit abgeschlossen hat und die Zukunft des DRA geklärt ist", erklärte Reitze. Im Herbst 2011 wechselt Crone als Leiter der Abteilung "Dokumentation und Archive" im Hessischen Rundfunk (hr) in den Ruhestand. "Ich freue mich sehr darüber, dass sich der ausgewiesene Archiv-Experte Crone bereit erklärt hat, seine Erfahrung und sein Wissen zur Neuausrichtung des DRA einzubringen und die kommissarische Leitung zu übernehmen", sagte Reitze weiter. Michael Crone, 1948 in Bad Gandersheim geboren, studierte Publizistik, Geschichte und Soziologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und promovierte 1980. Nach mehreren Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Münster wechselte er 1985 zum hr, wo er seit 2001 Leiter der Abteilung "Dokumentation und Archive" ist. Crone erhielt Lehraufträge an den Universitäten Leipzig und Frankfurt und wurde 2010 an der Hochschule Darmstadt zum Honorarprofessor für Mediendokumentation berufen. Er ist Mitglied des Studienkreises Rundfunk und Geschichte und war lange Jahre Vorsitzender der Ländergruppe Deutschland/Deutschschweiz der Internationalen Vereinigung der Schall- und audiovisuellen Archive (IASA). [...] Hessischer Rundfunk Pressestelle Bertramstraße 8 60320 Frankfurt / Main [Zitatende] |
Quelle: Wikipedia, Deutsches Rundfunkarchiv, Stand: 11.8.2011 "Dem DRA droht angesichts drastischer Sparmaßnahmen der ARD die Abwicklung." "Im Frühjahr 2011 stellte das DRA die Auslieferung seiner ARD-internen Publikationen 'DRA-Info' und 'Jahrestage' aus Kostengründen ein. Diese Hefte enthielten Auflistungen von akustischen und inhaltlichen Highlights des Archivs zu bestimmten Anlässen. Im Sommer 2011 lehnten die ARD-Intendanten eine Verlängerung des Arbeitsvertrags des DRA-Leiters Hans-Gerhard Stülb ab und folgten dem Vorschlag des HR-Intendanten Helmut Reitze (Vorsitzender des DRA-Verwaltungsrats), die Leitungsposition nur noch vorübergehend zu besetzen, 'bis die ARD-Prüfgruppe unter rbb-Justitiar Dr. Reinhart Binder ihre Arbeit abgeschlossen hat und die Zukunft des DRA geklärt ist'". |
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Quelle: dbb magazin, September 2011, S. 42 Jonah Aettner, Deutsches Rundfunkarchiv: Schließung verhindert SEO version [SEO = Search Engine Optimization = Fassung für Suchmaschinen-Indexierung]: Aettner
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Beachte: Hier zitierte oder angelinkte Texte enthalten häufig sachlich falsche, nicht ganz richtige oder auch deplazierte Aussagen. Das soll alles so stehen bleiben. Für Diskussionen ist diese Pinnwand nicht gedacht.
Online: 8.6.2011, Version: 1.43, 10.11.2011
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