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R E T T E T

das

D E U T S C H E  R U N D F U N K A R C H I V

(DRA)

und seine beiden Standorte

Frankfurt am Main (Zentrale) / Potsdam-Babelsberg

Teil 1: Die Krise

(Beiträge vom 26. Mai bis 30. Juni 2011)


Quelle: RP ONLINE, 8.6.2011

Dem Deutschen Rundfunkarchiv droht die Schließung

VON WOLFRAM GOERTZ - zuletzt aktualisiert: 08.06.2011 - 02:30

[Zuerst erschienen unter der Titelgebung "ARD-SPARWAHN / Erhaltet das
Rundfunkarchiv!" in "Die Zeit", Nr. 22, 26.5.2011, S. 50, siehe unten;
erweiterte Fassung, vollständiges Zitat; Linksetzung von DP] 

   Frankfurt [-] Man greift nicht zu hoch, wenn man das Deutsche
Rundfunkarchiv (DRA) das mediale Gedächtnis Deutschlands nennt. Wo immer
in einem zivilisierten Radio- oder Fernsehprogramm eine Sendeminute
läuft: In Frankfurt und Babelsberg, den DRA-Standorten, wird sie seit
bald 60 Jahren verwaltet, gespeichert, katalogisiert.

   Zahllose Bild-, Ton- und Schallplattendokumente – zum Teil aus dem
19. Jahrhundert – türmen sich zu einem Datenspeicher, in den nicht nur
vergnügte Exzentriker wie Dagobert Duck gern hineinspringen. Wer als
Journalist mit erweitertem Horizont für Radio oder Fernsehen arbeitet,
hat fast täglich mit dem DRA zu tun – und so gerät auch jeder von uns
mit dem DRA in Kontakt, wenn er eine Sendung zu einem historischen Thema
sieht oder hört. Auch alte und älteste Schallplatten werden dort restau-
riert, der Nachwelt und der Forschung nutzbar gemacht. Das DRA sättigt
jedes Interesse, wie Deutschland im Äußersten und Innersten klang und
klingt.

   Dieser segensreiche Auftrag droht storniert zu werden. Die Intendan-
ten der ARD-Anstalten, zu deren Gemeinschaftsprojekten das DRA zählt,
werden Ende Juni bei einer Sitzung in Würzburg darüber befinden, ob sie
die zwölf Millionen Euro noch aufbringen wollen, die das DRA pro Jahr
kostet. Es kursieren mehrere Modelle, als deren finsterstes die Zer-
schlagung dräut. Selbstverständlich wird mit Sparzwängen argumentiert,
die auf das DRA mit der tückischen Formel von der "Optimierung" ange-
wendet werden. Man fragt sich aber, wer die zum Teil kostbaren Unikate
betreuen soll, die das DRA pflegt? Das Bundesarchiv? Das hat andere
Aufgaben. Die ARD-Anstalten selbst? Den mangelt es an Kapazität.

   Kleiner Blick in den aktuellen Leistungskatalog: Ein Hörfunkredakteur
benötigt Musik aus Lortzings unbekannter Oper "Zum Großadmiral". Die
einzige Aufnahme ist ein Radio-Schellack-Mitschnitt von 1937. Das
Original, abermals ein Unikat, liegt in Frankfurt; die DRA-Könner wollen
jetzt in einer knappen Woche Umschnitt und Restauration von 20 Platten
bewerkstelligen. Wer hören will, wie die Stimme Giacomo Puccinis geklun-
gen hat: Per Recherche-Anfrage beim DRA erfährt er es in 30 Sekunden.

   Derzeit beschäftigt sich das DRA unter dem Motto "Das besondere Doku-
ment" mit Aufnahmen von Werken Robert Schumanns. Im Schallarchiv des DRA
sind etwa 250 zwischen 1933 und 1945 entstandene Aufnahmen von den
Sendern der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft nachgewiesen. Diese beachtliche
Zahl erklärt sich unter anderem durch die Rezeptionsgeschichte Schumanns
im "Dritten Reich". Denn ähnlich wie Beethoven und Wagner – ganz im
Gegensatz zu den Komponisten jüdischer Herkunft wie Mendelssohn Barthol-
dy, Meyerbeer und Mahler – genoss Schumann in der NS-Zeit erhöhte Wert-
schätzung. Er gehörte zu den Komponisten, deren Werk als Nationalgut
gepflegt wurde. Bezeichnungen wie "urdeutsch", "Herrenmenschentum",
"Abbild der deutschen Volksseele" und "echtes deutsches Heroentum" wur-
den auf Schumann angewendet. Wer dieses Schumann-Kapitel auf der Website
des DRA studiert, bekommt einen Einblick von der Brisanz mancher Archi-
valie.

   Wer das DRA abschafft oder amputiert, will nicht wissen, was einer
wirklich und genau gesagt hat, welches Gesicht er dazu gemacht hat, wie
seine Stimme geklungen hat. Er ist mit jener Unschärfe zufrieden, der
alle Legenden entspringen – auch die gefährlichen.

Quelle: RP

[Zitatende]
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Derselbe Artikel auf archiv.twoday.ne: Archivalia, 9.6.2011

Goertz

(Verlinkt auf twitter, 9.6.2011)

Artikel auch auf fh-potsdam.de, 9.6.2011
(gehe zu "9. Juni 2011 - 11:29")

Goertz

Ebenso auf www.tabbloid.com: Today’s Tabbloid, 12.6.2011, S. 17 und 18

(Hewlett-Packard Development Company: "Personal news for ...",
ein aus "Feeds" automatisch zusammengestelltes Internet-Heft) 

Goertz

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Quelle: Die Zeit, Nr. 22, 26.5.2011, S. 50 (Zeitungsausschnitt)

Wolfram Goertz, Erhaltet das [Deutsche] Rundfunkarchiv!
[Erweiterte Fassung siehe oben]

Wolfram Goertz, Erhaltet das Runfunkarchiv!, Die Zeit, Nr. 22, 26.5.2011, S. 50

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Derselbe Artikel auf pastebin.com (Main Host in USA), 7.6.2011

Goertz, erste Fassung

Auch im Fono Forum, Juli 2011, S. [9], nach Verlags-Angaben erschienen 15.6.2011

Rubrik: Wolframs Wartburg, Titel: Rettet das Rundfunkarchiv!
Der Artikel hat nahezu den Wortlaut wie in der "Zeit".
Erreichbar war er offenbar schon am 10.6.2011, siehe dazu unten die Beiträge im
Tamino Klassikforum und im Forum "Capriccio".

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Quelle: WDR 3, 4.6.2011

Ein Streifzug durch das Deutsche Rundfunkarchiv in Frankfurt am Main

Interviews, Audio-Berichterstattung über das DRA

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Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Nr. 131, 7.6.2011, S. 33
[Vollständiges Zitat]

Woran die ARD spart

Dem Rundfunkarchiv droht die Schließung

   Die ARD will am Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) sparen: Auf ihrer
Sitzung Ende Juni werden die Intendanten darüber entscheiden, ob das DRA
aufgelöst oder unter der Voraussetzung starker Einsparungen erhalten
bleibt. Das bestätigte die Leiterin des zentralen Archivs, Anke
Leenings, im Gespräch mit dieser Zeitung. Zwar verhandelten die Inten-
danten auch über eine eventuelle Stärkung des Rundfunkarchivs, diese sei
aber kaum zu erwarten.

   Die Gemeinschaftseinrichtung der ARD, die 1952 als gemeinnützige
Stiftung gegründet wurde, sammelt Ton-, Bild- und Schallplattendokumen-
te. Dort finden sich nicht nur alle Rundfunk- und Fernsehsendungen, die
jemals von den öffentlich-rechtlichen Anstalten produziert wurden; sogar
Töne und Tondokumente werden archiviert, die noch vom Ende des 19.
Jahrhunderts stammen, etwa Aufnahmen von Industriegeräuschen.

   Zwölf Millionen Euro umfasst das Jahresbudget des Archivs, es wird
fast komplett von der ARD getragen. Die zum 1. Januar 2013 anstehende
Gebührenreform werde genutzt, Gemeinschaftseinrichtungen wie das Rund-
funkarchiv zu zwingen, von 2013 an 15 Prozent einzusparen, sagt Anke
Leenings. Einen entsprechenden Sparplan habe das Rundfunkarchiv schon
vorgelegt.

   Sollte die ARD beschließen, das Archiv zu erhalten, drohten jedoch
noch stärkere Sparvorgaben. So könnte die Frankfurter Abteilung des
Archivs abgewickelt werden. Das 1952 gegründete Deutsche Rundfunk-
archiv hat seinen Sitz beim Hessischen Rundfunk; 1993 wurde es um die
Rundfunkarchive aus der ehemaligen DDR erweitert, deren Bestand in
Potsdam-Babelsberg betreut wird. Für einen Umzug dorthin spreche der
umfangreichere Bestand, der in Babelsberg archiviert werde, sagte Anke
Leenings; zudem handele es sich beim Potsdamer Sitz um einen Neubau,
während das DRA sich in Frankfurt auf zwei Etagen im Gebäude des HR
erstreckt.

   Votierten die ARD-Intendanten aber dafür, das Rundfunkarchiv ganz zu
schließen, stellt sich die Frage, wo all die audiovisuellen Schätze
künftig aufbewahrt werden. Der Bestand könnte auf die Archive der ein-
zelnen Rundfunkanstalten aufgeteilt werden, vermutet Anke Leennigs. Das
würde die Funktion eines zentralen Archivs freilich zerstören und die
Recherche künftig beschwerlich machen.

   Eine erste Auswirkung des Sparprogramms der ARD bekommt das Archiv
schon zu spüren: Das bislang von einer dort angesiedelten Redaktion
produzierte Jahrbuch der ARD werde es in der gedruckten Fassung nicht
mehr geben, sagte Anke Leenings. Die ARD teilte lapidar mit, eine
Arbeitsgruppe beschäftige sich mit den Aufgaben des Rundfunkarchivs,
die Intendanten berieten darüber Ende des Monats.  EVA BERENDSEN

[Zitatende]
Quelle: FAZ, siehe oben (Zeitungsausschnitt)

Eva Berendsen, Woran die ARD spart, Dem Rundfunkarchiv droht die Schließung, FAZ, Nr. 131, 7.6.2011, S. 33

********************************

Quelle: Film Mäg / Kino Medien Mehr (www.filmmaeg.de), 7.6.2011

fb (Frank Blum): ARCHIVE - Deutsches Rundfunkarchiv von Schließung bedroht
 
[Einleitung auf der "Home"-Seite:]

"7. Juni - Die FAZ berichtet in ihrer Printausgabe von einer für Ende Juni
geplanten Sitzung der ARD-Intendanten, auf der beschlossen werden soll, ob das
Deutsche Rundfunkarchiv, kurz DRA, dicht machen wird.

Weiter lesen ..." [siehe Link]

Film Mäg

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Quelle: Kathrin Senger-Schäfer, Mitglied des Deutschen Bundestages, 8.6.2011

Pressemitteilung (PDF), auch auf:

www.senger-schaefer.de, DIE LINKE, Rubrik: Pressemeldungen
[Vollständiges Zitat]

08.06.2011 - Deutsches Rundfunkarchiv in seiner Existenz bedroht

"Die Pläne der ARD, beim Deutschen Rundfunkarchiv Einsparungen vorzunehmen,
bedrohen dessen Existenz.", so Kathrin Senger-Schäfer, medienpolitische
Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag. "Skandalös ist
nicht nur der Wille zu Einsparungen, sondern vor allem die damit
verbundene Ignoranz gegenüber der deutschen Rundfunkgeschichte. Selbst
die Schließung des Archivs ist nicht ausgeschlossen.

Immerhin", so Kathrin Senger-Schäfer weiter, "bewahrt das Archiv
zusammenhängend alle Rundfunk- und Fernsehsendungen der öffentlich-
rechtlichen Anstalten auf. Dazu gehört auch der ganze Bestand von Radio-
und Fernsehsendungen der DDR.

In Zeiten, in denen der Umgang mit Geschichte mehr und mehr von der
Verfügbarkeit audiovisueller Quellen abhängt, sind Sparvorschläge ein
Anschlag auf das historische Gedächtnis unseres Landes.

Dass mit Einführung der neuen Gebührenordnung am 1. Januar 2013 das
Rundfunkarchiv gezwungen werden soll, als Gemeinschaftseinrichtung
Sparauflagen in Höhe von 15 Prozent zu erfüllen, wirft auch in dieser
Hinsicht ein bezeichnendes Licht auf die Konsequenzen des 15.
Rundfunkänderungsstaatsvertrages.

Die ARD ist in der Pflicht, das Deutsche Rundfunkarchiv dauerhaft zu
sichern und zu pflegen."

[Zitatende]

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Quelle: tamino-klassikforum.de, Beginn: 8.6.2011

Deutschem Rundfunk-Archiv droht Schließung

Tamino Klassikforum

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Quelle: Initiative Audiovisuelles Erbe, 10.6.2011

Nadine Jenke, Deutsches Rundfunkarchiv (DRA) von Schließung bedroht

Jenke

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Quelle: IASA-Ländergruppe Deutschland/Deutschschweiz e. V., 10.6.2011

Rubrik: Aktuelles und Mitteilungen

Deutsches Rundfunkarchiv (DRA): Fortbestand nicht sicher

Zitat aus Jenke (siehe oben)

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Quelle: Capriccio, Beginn: 10.6.2011

Die Zukunft des Deutschen Rundfunkarchivs

Capriccio

Hinweis auf facebook.com (published: 2011-06-10 18:34:55 GMT):

facebook

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Quelle: Radioforen.de, Beginn: 13.6.2011

Thema: DRA (Deutsches Rundfunkarchiv) vor der Zerschlagung?

Radioforen.de

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Quelle: Radioszene, Das Insidermagazin für Radiomacher, 15.6.2011

Bernd Reiher, Fragwürdige Kürzungspläne beim Deutschen Rundfunkarchiv

Fragwürdige Kürzungspläne: Heiko Hilker über die Bedeutung und die wacklige Zukunft
des Deutschen Rundfunkarchivs (DRA) in Babelsberg

Hilker

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Ebenso auf fh-potsdam.de, 15.6.2011
(gehe zu "15. Juni 2011 - 7:44")

Hilker

Ebenso auf archiv.twoday.net: Archivalia, 15.6.2011

Hilker

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Quelle: Berliner Arbeitskreis Information (BAK), 15.6.2011

Deutsches Rundfunkarchiv vor dem Ende? 

Berliner Arbeitskreis Information


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Quelle: Fono Forum, Juli 2011, S. [9], 15.6.2011

Wolfram Goertz, Rettet das Rundfunkarchiv!

Siehe oben unter "Die Zeit", 26.5.2011

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Quelle: abgeordnetenwatch.de, 15.6.2011

Frage zum Thema Kultur an Bernd Neumann (CDU), MdB,

Staatsminister im Bundeskanzleramt und Beauftragter
der Bundesregierung für Kultur und Medien,
Vertreter des Bundes im ZDF-Verwaltungsrat.

Anfrage

[Zitat]

"Sehr geehrter Herr Neumann,

dem Deutschen Rundfunkarchiv droht die Schließung, wie der FAZ
vom 7.6.2011, S. 33 zu entnehmen war. Ihre Meinung als Kultur-
und Medienbeauftragter der Bundesregierung zu diesen Plänen der
ARD würde mich sehr interessieren.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

[XY]"

[Zitatende]

********************************

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Nr. 139, 17.6.2011,
S. WTV_1 = [30], 24. Woche, Abteilung: Hören und Sehen
[Vollständiges Zitat]

ARD-Archiv vorm Aus?

Intendanten beraten Ende des Monats über Zukunft des DRA

Britta Abrahamsson 

Essen. Es ist das mediale Gedächtnis Deutschlands: Wer
hören will, was bei der Trauerfeier für den verstorbenen
Reichsaußenminister Gustav Stresemann im Berliner Reichstag am
6. Oktober 1929 gesprochen wurde, wird hier fündig. Der Aufruf
Kaiser Wilhelms II. an sein Volk aus dem Jahr 1904, hier ist er
archiviert – ebenso wie alle "Kessel Buntes". Doch nun droht dem
Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) möglicherweise das Aus: Die ARD
muss sparen. Ende Juni beraten die Intendanten darüber, ob das
DRA aufgelöst werden soll.

Die Gemeinschaftseinrichtung der ARD, 1952 als gemeinnützige
Stiftung in Frankfurt gegründet, sammelt Ton-, Bild- und
Schallplattendokumente. Dort sind nicht nur alle Rundfunk- und
Fernsehsendungen, die seither von den öffentlich-rechtlichen
Anstalten produziert wurden, katalogisiert, sogar Töne und
Tondokumente werden archiviert, die noch vom Ende des 19.
Jahrhunderts stammen, etwa Aufnahmen von Industriegeräuschen.
Das Archiv sichert, digitalisiert und verwaltet, es ist aber
auch die Schnittstelle zwischen den einzelnen Sendeanstalten:
Was, wann wo zu welchem Thema gesendet wurde – das DRA weiß die
Antwort und gibt sie an die Sender, aber auch an die Wissenschaft
und Forschung weiter. Anfang der 90er Jahre erhielt das DRA neben
Frankfurt seinen zweiten Standort in Potsdam-Babelsberg und
übernahm die aufwändige Erschließung der DDR-Archive.

Sterben auf Raten

Zwölf Millionen Euro hat sich die ARD das bislang jährlich kosten
lassen. Wegen der befürchteten Einbußen durch die Einführung der
neuen Haushaltsabgabe, die 2013 an die Stelle der Rundfunkgebühr
tritt, hat die ARD allen Gemeinschaftseinrichtungen aufgetragen,
einen Sparplan auszuarbeiten; 15 Prozent der Kosten sollen reduziert
werden. Das DRA, so heißt es, habe sein Konzept zwar ordnungsgemäß
vorgelegt. Dennoch sei eine Kommission eingesetzt worden, die prüfe,
ob und wie das DRA überhaupt weiterarbeiten soll.

Laut Medienberichten sind zwei Modelle angedacht: Entweder das DRA
wird aufgelöst und seine Aufgaben im reduzierten Umfang an die
Landesrundfunkanstalten verteilt, oder es wird "weiter optimiert":
Eine Schließung des Standorts Frankfurt beispielsweise wäre denkbar.
Medienexperten fürchten jedoch ein "Sterben auf Raten". "Skandalös"
sei dabei laut Kathrin Senger-Schäfer, der medienpolitischen
Sprecherin der Linken, nicht nur der Wille zu Einsparungen. "Sondern
vor allem die damit verbundene Ignoranz gegenüber der deutschen
Rundfunkgeschichte."

Am 27. Juni wollen die Intendanten ihre "Tendenz-Entscheidung" bekannt
geben. Ein Beschluss soll Ende November fallen. Die rund 120 Mitarbeiter
des DRA müssen bis dahin hoffen und bangen – ebenso wie alle Freunde der
Rundfunkgeschichte.

[Zitatende]
Quelle: WAZ, siehe oben (Zeitungsausschnitt)

Britta Abrahamsson, ARD-Archiv vorm Aus?, WAZ, Nr. 139, 17.6.2011, S. WTV_1 = [30]


Auch erschienen in der Westfälischen Rundschau, Nr. 139, 17.6.2011, S. RTV_1
Titelgebung in umgekehrter Reihefolge: 

Intendanten beraten Ende des Monats über Zukunft des DRA
ARD-Archiv vorm Aus?
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Quelle: neue musikzeitung, nmz, 7-8/11, 60. Jahrgang, S. [1], 30.6.2011
[Print- und Internet-Ausgabe, Linksetzung von DP]

Rubrik: Leitmotiv [Internet-Ausgabe]

Angst vor dem kulturellen Gedächtnisverlust

Einschneidende Sparmaßnahmen gefährden das Deutsche Rundfunkarchiv

Von Andreas Kolb

(nmz) - Wissen Sie, wie sich Bela Bartóks Stimme anhört? Suchen Sie für
eine Radioproduktion, für eine Vorlesung oder zur Vorbereitung einer
Unterrichtsstunde Ausschnitte aus Arnold Schönbergs Analyse seiner
"Orchestervariation" op. 31, gesendet im Weimarer Rundfunk? Wollen Sie
nachhören, was in den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik von 1948
bis 2000 gespielt und diskutiert wurde [siehe Link]? Brauchen Sie
Informationen über die Schumann-Rezeption im Reichsrundfunk zwischen 1933
und 1945? Oder interessieren Sie sich für O-Töne von Axel Eggebrecht und
vielen anderen Künstlern und Politikern aus der Weimarer Republik und der
Zeit des Nationalsozialismus? Dann genügt derzeit noch ein Anruf beim
Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) in Frankfurt. Das DRA ist das mediale
Gedächtnis Deutschlands: Seit sechs Jahrzehnten sammelt es Bild- und
Tondokumente, von der Schellackplatte bis zur CD, von der Frühzeit des
Rundfunks bis zur Dokumentation aktueller Fernseh- und Radioprogramme.
[mehr]

Printausgabe des nmz-Artikels (JPG, Klick: Vergrößerung)

Internationales Musikinstitut Darmstadt (IMD) / Staatliche Hochschule
für Gestaltung Karlsruhe (HfG) / Deutsches Runfunkarchiv (DRA):
Projekt Ferienkurse

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R E T T E T

das

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(DRA)

Teil 2: Der Beschluß

(Beiträge vom 28. Juni 2011)


Zur Intendantenkonferenz in Würzburg 27./28.6.2011, Pressemitteilung vom 28.6.2011

Quelle: www.presseportal.de, 28.6.2011, 14:10 Uhr
(news aktuell / na·presseportal / Pressemappe ARD RADIO & TV)
[Vollständiges Zitat]

Sorgen um das "mediale Gedächtnis" sind unbegründet / Die Bestände
des Deutschen Rundfunkarchivs bleiben genauso erhalten wie dessen
Dienstleistungen für die Öffentlichkeit

Würzburg (ots) - Sorgen um das "mediale Gedächtnis" sind unbegründet - die
Bestände des Deutschen Rundfunkarchivs bleiben genauso erhalten wie dessen
Dienstleistungen für die Öffentlichkeit. 

Bei Ihrer Sitzung in Würzburg haben sich die ARD-Intendantinnen und
Intendanten auch mit der Zukunft des Deutschen Rundfunkarchivs beschäftigt.
Sie betonen nachdrücklich, dass nicht daran gedacht ist, die Bestände des
Deutschen Rundfunkarchivs in Babelsberg und Frankfurt am Main aufzulösen.
Es besteht auch nicht die Absicht, die Dienstleistungen dieses Archivs gegenüber
Zuschauern und Hörern, Wissenschaft und Forschung, Bildungsinstitutionen oder
gegenüber den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten massiv einzuschränken.
Diesen falschen Eindruck hatten einige Presseartikel in den letzten Wochen
vermittelt. 

Das Deutsche Rundfunkarchiv leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung
des kulturellen und audio-visuellen Erbes in Deutschland. Gleichzeitig
trägt es auch dazu bei, den Bildungsauftrag der ARD einzulösen. 

Eine finanzielle und technische Herausforderung stellt aktuell die
Digitalisierung dieser Archivmaterialen dar. Sie ist erforderlich zur
physischen und inhaltlichen Sicherung der Hörfunk- und Fernsehbeiträge.
Die Digitalisierung der Materialien macht sie zudem besser für die digitalen
Produktionsprozesse im Rundfunk zugänglich. 

Die ARD-Vorsitzenden Monika Piel stellte noch einmal klar: "Alle ARD-Anstalten
stehen vor großen finanziellen Herausforderungen und prüfen, wie sie durch
Synergien ihr Leistungsniveau mit weniger finanziellem Aufwand künftig halten
können. Wenn alles auf dem Prüfstand steht, können auch Gemeinschaftseinrichtungen
der ARD wie zum Beispiel die Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv davon nicht
ausgenommen werden. Diese Prüfung zielt jedoch nicht auf die Abschaffung des
DRA, sondern darauf, die Leistungen dieser 1952 als "Lautarchiv des deutschen
Rundfunks" gegründeten Einrichtung zu optimieren." 

Pressekontakt: 

ARD-Pressestelle (WDR)
Telefon +49 (0)221 / 220 - 8209/8213
pressestelle@ard.de 

[Zitatende]

Es erschienen davon im Internet am 28. und 29. Juni 2011
hunderte (= per Google-Abfrage unzählbar viele) Kopien,
Großzitate und dergleichen. Fünf Beispiele:

Quelle: intern.ARD.de (ARD Pressemeldung), 28.6.2011

Quelle: www.radioszene.de, 28.6.2011

Quelle: www.ptext.de, 28.6.2011

Quelle: www.finanznachrichten.de, 28.6.2011

Quelle: www.infosat.de, 28.6.2011


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R E T T E T

das

D E U T S C H E  R U N D F U N K A R C H I V

(DRA)

Teil 3: Die Reaktion

(Beiträge vom 26. Juli bis September 2011)


Zu den Schleierbegriffen "Optimierung" und "Synergie"

Quelle: Echo online [Darmstädter Echo], 26.7.2011
Abteilung: Multimedia / Medien & Publizistik

Gedächtnis für Töne und Bilder auf dem Prüfstand

Geschichte: Die ARD prüft, ob sie das Deutsche Rundfunkarchiv
nicht auch billiger betreiben kann

Von Johannes Breckner

FRANKFURT. 
Die Botschaft sollte frohgemut klingen. Aber Arbeitnehmer hören
genau hin, wenn es um die Zukunft ihrer Stellen geht und dabei
von einer "Optimierung" die Rede ist oder gar von "Synergien". [mehr]

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Quelle: Hessischer Rundfunk (HR), 8.8.2011
Abteilung/Rubrik: hr Presseservice im Internet/hr Unternehmen 
[Zitat]

Michael Crone wird kommissarisch Leiter des DRA

[...]
 
Frankfurt. Das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) erhält eine neue Leitung.
Nach dem Ausscheiden des gegenwärtigen Vorstands Hans-Gerhard Stülb
Ende September 2011 wird Dr. Michael Crone kommissarisch die Leitung des
DRA übernehmen. Die ARD-Intendantinnen und -Intendanten haben bei ihrer
Sitzung in Frankfurt dem Vorschlag des DRA-Verwaltungsratsvorsitzenden
und hr-Intendanten Dr. Helmut Reitze zugestimmt: "Dr. Crone wird bis
Mitte/Ende 2012 kommissarisch die Leitung des DRA übernehmen, bis die
ARD-Prüfgruppe unter rbb-Justitiar Dr. Reinhart Binder ihre Arbeit
abgeschlossen hat und die Zukunft des DRA geklärt ist", erklärte Reitze.
Im Herbst 2011 wechselt Crone als Leiter der Abteilung "Dokumentation
und Archive" im Hessischen Rundfunk (hr) in den Ruhestand. "Ich freue
mich sehr darüber, dass sich der ausgewiesene Archiv-Experte Crone bereit
erklärt hat, seine Erfahrung und sein Wissen zur Neuausrichtung des DRA
einzubringen und die kommissarische Leitung zu übernehmen", sagte Reitze
weiter.

Michael Crone, 1948 in Bad Gandersheim geboren, studierte Publizistik,
Geschichte und Soziologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in
Münster und promovierte 1980. Nach mehreren Jahren als wissenschaftlicher
Mitarbeiter an der Universität Münster wechselte er 1985 zum hr, wo er
seit 2001 Leiter der Abteilung "Dokumentation und Archive" ist. Crone
erhielt Lehraufträge an den Universitäten Leipzig und Frankfurt und
wurde 2010 an der Hochschule Darmstadt zum Honorarprofessor für
Mediendokumentation berufen. Er ist Mitglied des Studienkreises
Rundfunk und Geschichte und war lange Jahre Vorsitzender der Ländergruppe
Deutschland/Deutschschweiz der Internationalen Vereinigung der Schall-
und audiovisuellen Archive (IASA).

[...]

Hessischer Rundfunk
Pressestelle
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt / Main

[Zitatende]
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Quelle: Wikipedia, Deutsches Rundfunkarchiv, Stand: 11.8.2011

"Dem DRA droht angesichts drastischer Sparmaßnahmen der ARD die
Abwicklung."

"Im Frühjahr 2011 stellte das DRA die Auslieferung seiner
ARD-internen Publikationen 'DRA-Info' und 'Jahrestage' aus
Kostengründen ein. Diese Hefte enthielten Auflistungen von
akustischen und inhaltlichen Highlights des Archivs zu bestimmten
Anlässen. Im Sommer 2011 lehnten die ARD-Intendanten eine
Verlängerung des Arbeitsvertrags des DRA-Leiters Hans-Gerhard
Stülb ab und folgten dem Vorschlag des HR-Intendanten Helmut
Reitze (Vorsitzender des DRA-Verwaltungsrats), die Leitungsposition
nur noch vorübergehend zu besetzen, 'bis die ARD-Prüfgruppe
unter rbb-Justitiar Dr. Reinhart Binder ihre Arbeit abgeschlossen
hat und die Zukunft des DRA geklärt ist'".


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Quelle: dbb magazin, September 2011, S. 42

Jonah Aettner, Deutsches Rundfunkarchiv: Schließung verhindert

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Beachte: Hier zitierte oder angelinkte Texte enthalten häufig sachlich falsche,
nicht ganz richtige oder auch deplazierte Aussagen. Das soll alles so stehen bleiben.
Für Diskussionen ist diese Pinnwand nicht gedacht. 



Online: 8.6.2011, Version: 1.43, 10.11.2011
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